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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 19.05.2017

Kfz-Fachwerkstatt muss Rückrufaktionen kennen

Das OLG Hamm entschied in einem nicht rechtskräftigen Urteil, dass eine Kfz-Fachwerkstatt Rückrufaktionen eines Herstellers der von ihr betreuten Kfz-Modelle kennen und den Kunden bei beauftragten Inspektionsarbeiten auf eine für die Verkehrssicherheit seines Fahrzeugs bedeutsame Rückrufaktion und die insoweit gebotenen Reparaturen hinweisen muss (Az. 12 U 101/16).

Im vorliegenden Fall war die Klägerin, ein Unternehmen aus Bochum, Eigentümerin eines im Oktober 2010 erworbenen Kfz Dodge Ram Truck 1500. Für das in den USA hergestellte und im Wege eines sog. “Grauimports” eingeführte Fahrzeug bestehen in Deutschland keine Niederlassung der Herstellerin und kein autorisiertes Händlernetz. Die Klägerin ließ bei der Beklagten, die eine Kfz-Fachwerkstatt betreibt und für sich als autorisierte Service-Fachwerkstatt für Kraftfahrzeuge der Marke Dodge wirbt, die Reparatur- und Wartungsarbeiten an ihrem Fahrzeug vornehmen. Über die Rückrufaktion des Auto-Herstellers ab Februar 2013 wurde die Klägerin nicht informiert. Bei den im Oktober 2013 durchgeführten Inspektionsarbeiten setzte die Beklagte die von der Herstellerin mit der Rückrufaktion angewiesenen Instandsetzungsarbeiten nicht um. Im April 2014 erlitt das Fahrzeug erhebliche Beschädigungen (ca. 6.800 Euro), weil die Hinterachse während der Fahrt blockierte. Die Klägerin verlangte von der Beklagten die Erstattung. Die Beklagte war der Ansicht, die Klägerin habe sich selbst informieren müssen, als Kfz-Werkstatt träfen sie insoweit keine Überprüfungspflichten.

Die Klage hatte vor dem OLG Hamm Erfolg. Die Beklagte sei mit der Inspektion des klägerischen Fahrzeugs beauftragt gewesen. Deswegen habe sie es für die nächste Zeit gebrauchs- und fahrbereit machen müssen. Aufgrund dieses Auftrags habe sich die Beklagte über die Rückrufaktion und insoweit gebotene Reparaturen informieren müssen.

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