Allgemeine Informationen

 

Das Anwaltshonorar 

Zwischen Rechtsanwalt und Mandanten kommt es gelegentlich zu Uneinigkeit, wenn dem Mandanten nach Beratung oder Vertretung vor Gericht die Rechnung präsentiert wird. Der Rechtsanwalt muss sich diesbezüglich an das Gesetz halten, genauer gesagt an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Dieses schreibt sein Honorar gesetzlich fest. Eine kostenlose Rechtsberatung ist dem Rechtsanwalt laut Gesetz nicht erlaubt.
Ihr Anwalt ist in jeder Hinsicht Ihr Berater. Daher können Sie ihn gleich beim ersten Gespräch nach den voraussichtlich anfallenden Kosten fragen, worüber er Sie dann sofort aufklären kann.
Für alle, die sich bereits vorab über Rechtsanwaltsgebühren informieren wollen, ist im Folgenden das Wichtigste zusammengefasst.

Das RVG kennt drei Hauptarten von Gebühren: Rahmengebühren, Wertgebühren und Vergütungsvereinbarungen.

Rahmengebühren

Im gesamten außergerichtlichen Bereich des Zivil-, Verwaltungs-, und Strafrechts gelten sogenannte Rahmengebühren. Das heißt, der Rechtsanwalt bestimmt seine Gebühren innerhalb eines Rahmens, der ihm von § 14 RVG gesetzlich vorgegeben wird. Dabei berücksichtigt er alle Umstände des Einzelfalls, weshalb es innerhalb des Rahmens zu unterschiedlichen Bewertungen kommen kann.

Wichtiger Hinweis: Zu allen Gebühren wird im Regelfall eine Auslagenpauschale i.H.v. 20,- € hinzugerechnet. Außerdem muss die Mehrwertsteuer noch hinzugerechnet werden.

Wertgebühren

Sobald die Streitigkeit sich auch auf den gerichtlichen Bereich erstreckt, werden im Regelfall Wertgebühren erhoben. Das bedeutet, dass sich die Höhe der Gebühren am Streitwert orientiert. So lassen sich die Prozesskosten genau berechnen. Die Anzahl der anfallenden Gebühren ist dabei vom Umfang des Verfahrens abhängig. Auch die Anzahl der anfallenden Gebühren wird durch das RVG geregelt.Die Prozesskosten setzen sich aus den eigenen Anwaltsgebühren, denen des gegnerischen Anwalts, den Gerichtskosten und den möglicherweise entstehenden Kosten für Zeugen und/oder Sachverständige zusammen.

Hinweis: War Ihr Anwalt bereits außergerichtlich für Sie tätig und vertritt Sie nun auch im Prozess, erfolgt eine teilweise Anrechnung der nachfolgenden Gebühren auf die außergerichtlichen Gebühren.

Vergütungsvereinbarungen

Darüber hinaus kann Ihr Anwalt gem. § 4 RVG mit Ihnen auch eine Vergütungsvereinbarungen treffen. Diese sieht möglicherweise eine Stunden- oder Tagessatzabrechnung vor oder beinhaltet ein Pauschalhonorar. Damit entfällt die Abhängigkeit der Gebühren vom Streitwert.Wann sich eine Vergütungsvereinbarung empfiehlt, kann nur im Einzelfall beurteilt werden.Hinweis: Die Vergütungsvereinbarung darf kein geringeres als das gesetzlich vorgesehene Honorar beinhalten.

 

Unerlaubte Rechtsberatung

Die Rechtsberatung durch Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte bietet dem Mandanten viele Vorteile:

  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte haben eine lange und intensive Ausbildung genossen.
  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind an gesetzlich geregelte Berufspflichten gebunden, welche in der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) und der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) geregelt sind. Diese Berufspflichten dienen im besonderen Maße dem Schutz des Mandanten.
  • Außerdem stehen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten nicht nur Pflichten sondern auch bestimmte Privilegien zu, die es ihnen ermöglichen, die Rechte ihrer Mandanten effektiv durchzusetzen.
  • Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind gesetzlich verpflichtet, eine Berufshaftpflichtversicherung zu unterhalten. Sollte es also auf Mandantenseite zu einem Schaden kommen, kann dieser zumindest zum Teil durch die Versicherung aufgefangen werden.


Der Rechtsberatungsmarkt wurde durch die Einführung des Rechtsdienstleistungsgesetzes jedoch etwas geöffnet. So dürfen nun auch andere Berufsgruppen rechtsberatend tätig sein. § 5 RDG erlaubt eine rechtsberatende Tätigkeit, wenn sie im Zusammenhang mit einer anderen Tätigkeit erbracht wird und als Nebenleistung zum Berufs- oder Tätigkeitsbild gehört.

An dieser Stelle sei aber davor gewarnt, dass es gelegentlich vorkommt, dass auch andere Personenkreise Rechtsdienstleistungen erbringen bzw. rechtsberatend tätig sind. Das Wettbewerbsrecht berechtigt die Rechtsanwaltskammer Tübingen, Verstöße in ihrem Kammerbezirk wettbewerbsrechtlich zu verfolgen und so zum Schutz aller Bürger, die rechtlichen Rat suchen, beizutragen.
Damit die Rechtsanwaltskammer Tübingen prüfen kann, ob ein wettbewerbsrechtlicher Verstoß vorliegt, sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Sollte Sie Kenntnis von einer solchen unerlaubten Rechtsberatung erlangen, teilen Sie uns dies bitte mit.