Neue ReNoPat-Ausbildungsverordnung ab 01.08.2015

Die neue ReNoPat-Ausbildungsverordnung (BGBl. I S. 1490) finden Sie hier.

Ab dem 01.08.2015 tritt die neue Ausbildungsverordnung in Kraft. Auszubildende, die in diesem Jahr die Ausbildung beginnen, werden nun auch nach der neuen Ausbildungsverordnung und dem neuen Ausbildungsrahmenplan ausgebildet.
Wichtig: Bitte beachten Sie, dass neu abgeschlossene Berufsausbildungsverträge bis spätestens zum 01.09.2015 beginnen müssen.

Wichtigstes Anliegen des Verordnungsgebers war es, die Ausbildung an die Anforderungen der modernen Kommunikationsgesellschaft, der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitsprozesse und der Internationalisierung der Rechtsdienstleistung anzupassen. Aus diesem Grund werden die zukünftigen Rechtsanwaltsfachangestellten nunmehr auch im Elektronischen Rechtsverkehr, im Europarecht und in einer Fremdsprache ausgebildet. Da die heutige Arbeitswelt viel Flexibilität verlangt, wurde dem Ausbildungsrahmenplan eine neue Struktur gegeben. Die Auszubildenden sollen durch das Lernen in Handlungs- und Kompetenzfeldern noch besser dazu befähigt werden, theoretisches Wissen in die Praxis umzusetzen. Es wird davon ausgegangen, dass das theoretische Wissen integraler Bestandteil des Handelns ist. Für die betriebliche Ausbildung bedeutet dies konkret:

  1. Die Auszubildenden sollen ein festes Verständnis für ihre eigene Rolle und Stellung innerhalb der Kanzlei entwickeln, um Informationen und deren Weitervermittlung in der Kanzlei einzuschätzen, Verhaltenssituationen innerhalb des Büros zu erkennen und zu lernen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und hierauf angemessen zu reagieren.
  2. Die Auszubildenden sollen in die Lage versetzt werden, sich auf der Grundlage eines Basiswissens die Fertigkeiten der englischen Sprache für den beruflichen Alltag anzueignen.
  3. Die Auszubildenden sollen die europarechtliche Durchdringung des Rechts erfassen.
  4. Den Auszubildenden sollen die Grundlagen der Nutzung elektronischer Arbeitsmittel vermittelt werden. Bezüglich der Textverarbeitung- und Gestaltung wird davon ausgegangen, dass diese Fertigkeiten in der betrieblichen Ausbildung vermittelt werden.

 

(Die Rechtsanwaltskammer Tübingen dankt an dieser Stelle der Rechtsanwaltskammer Stuttgart, die uns diesen Beitrag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.)